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CJC-1295 DAC vs. No-DAC (Mod GRF 1-29): Halbwertszeit & wichtigste Unterschiede

Wachstumshormon und Anti-Aging
Von PeptiMap Research Team Veröffentlicht am 21. März 2026 Zuletzt aktualisiert 21. März 2026
CJC-1295 DAC vs. No-DAC (Mod GRF 1-29): Halbwertszeit & wichtigste Unterschiede

TL;DR: Der zentrale Unterschied zwischen CJC-1295 DAC und No-DAC liegt im Drug Affinity Complex. DAC bindet kovalent an Serumalbumin und verlängert die Halbwertszeit auf etwa 6–8 Tage für einen anhaltenden GH-„Bleed”. Mod GRF 1-29 (No-DAC) wird dagegen innerhalb von rund 30 Minuten abgebaut und erzeugt scharfe Pulse, die den natürlichen Rhythmus besser nachahmen.

Der Kernunterschied: ein Molekül, zwei pharmakokinetische Profile

Beide Verbindungen teilen denselben aktiven Kern: ein synthetisches Analogon der ersten 29 Aminosäuren des Growth-Hormone-Releasing-Hormone (GHRH), mit vier Aminosäure-Substitutionen, die den enzymatischen Abbau durch Dipeptidylpeptidase-IV (DPP-IV) verhindern. Dieser Kern ist der Grund, warum beide gelegentlich unter „CJC-1295” geführt werden. Der Unterschied liegt vollständig darin, was zusätzlich angehängt ist (oder eben nicht).

CJC-1295 mit DAC trägt einen Maleimido-Lysin-Drug-Affinity-Complex (DAC). Nach subkutaner Injektion bildet diese Gruppe eine kovalente Bindung mit einem freien Thiol am Cystein-34 des körpereigenen Albumins. Da Albumin selbst etwa zwei bis drei Wochen im Blutkreislauf zirkuliert, ist das angebundene Peptid vor renaler Clearance und Abbau geschützt, wodurch seine Plasmahalbwertszeit in publizierten Humandaten auf ungefähr 6–8 Tage ansteigt.

CJC-1295 ohne DAC, genauer als Modified GRF 1-29 (Mod GRF 1-29) bezeichnet, verzichtet auf diesen Albumin-Anker. Es handelt sich im Wesentlichen nur um den tetrasubstituierten GRF(1-29)-Kern. Da nichts es an ein Trägerprotein bindet, wird es schnell eliminiert, mit einer Halbwertszeit von etwa 30 Minuten und einem funktionalen Wirkfenster von höchstens wenigen Stunden.

Diese einzelne strukturelle Entscheidung wirkt sich auf jeden praktischen Unterschied aus, den Forscher beobachten: Dosierungshäufigkeit, die Form der GH-Kurve und wie die Verbindung in Studiendesigns kombiniert wird. Sie können die grundlegenden Forschungsprofile für CJC-1295 (No-DAC) und CJC-1295 mit DAC direkt nebeneinander vergleichen, um zu sehen, wie die beiden separat katalogisiert werden.

Ungefähre Halbwertszeit
Mod GRF 1-29 (No-DAC) ~30 Min.
CJC-1295 mit DAC ~7 Tage

Werte in Stunden auf gemeinsamer Skala; der DAC-Balken übertrifft die No-DAC-Form um etwa das 300-Fache.

Halbwertszeit und die Frage „GH-Bleed” vs. Pulsatilität

Körpereigenes Wachstumshormon wird nicht auf konstantem Niveau ausgeschüttet. Es wird in diskreten Pulsen freigesetzt, vorwiegend nachts, gesteuert durch das Zusammenspiel von GHRH, Somatostatin und Ghrelin. Dieses pulsatile Muster gilt als bedeutsam dafür, wie nachgeschaltete Gewebe reagieren, und steht im Zentrum der Diskussion um DAC versus No-DAC.

Da DAC die GHRH-Signalisierung kontinuierlich erhöht hält, hebt es eher den Trough-Wert (den Wert zwischen den Pulsen) von GH an, als einzelne Spitzen zu verstärken. Forscher beschreiben dies mitunter als GH-„Bleed”: einen anhaltenden Stimulus auf niedrigem Niveau, der sich über die ohnehin auftretenden natürlichen Pulse legt. Ein zentraler Befund aus der Humanliteratur ist, dass die Pulsatilität durch diese kontinuierliche Stimulation nicht aufgehoben wird – Pulse treten weiterhin auf, jedoch auf einer angehobenen Grundlinie (Ionescu & Frohman, 2006).

Mod GRF 1-29 verhält sich genau entgegengesetzt. Sein kurzes Wirkfenster erzeugt eine definierte GH-Ausschüttungsspitze, gefolgt von einer Rückkehr zur Ausgangslage, was einem natürlichen Puls näherkommt. Deshalb wird es häufig in einem mehrfach-täglichen Schema untersucht, das auf bestimmte Zeitfenster abgestimmt ist, während DAC eher in einem wöchentlichen Rhythmus untersucht wird.

MerkmalCJC-1295 mit DACMod GRF 1-29 (No-DAC)
AlbuminbindungJa (kovalent, über DAC)Nein
Ungefähre Halbwertszeit~6–8 Tage~30 Minuten
GH-AusschüttungsmusterAnhaltender „Bleed”, angehobener TroughScharfer, definierter Puls
PulsatilitätErhalten, aber auf angehobener GrundlinieAhmt natürlichen Puls eng nach
Häufigkeit in ForschungsprotokollenSelten (z. B. wöchentlicher Typ)Häufig (mehrmals täglich)
Übliche Kombination in StudiendesignsGHRP / Ghrelin-MimetikumGHRP / Ghrelin-Mimetikum (z. B. Ipamorelin)

Was die Forschung zeigt

Die humane Evidenzbasis für die DAC-Form ist klein, aber für ein Forschungspeptid bemerkenswert. Teichman et al. (2006), veröffentlicht im The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, führten randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde Dosis-Eskalationsstudien an gesunden Erwachsenen durch. Eine einzelne subkutane Injektion erzeugte dosisabhängige Anstiege des mittleren Plasma-GH um etwa das 2- bis 10-Fache, anhaltend über sechs Tage oder länger, sowie IGF-I-Anstiege um etwa das 1,5- bis 3-Fache, die 9–11 Tage andauerten. Die geschätzte Halbwertszeit betrug 5,8–8,1 Tage, mit Hinweisen auf einen kumulativen Effekt bei wiederholter Gabe. Wichtig: Die Studie berichtete keinen relevanten Anstieg von Prolaktin, Cortisol oder ACTH bei den untersuchten Dosen.

5,8-8,1 Tage
Geschätzte DAC-Halbwertszeit
2-10x
Anstieg des mittleren Plasma-GH
1,5-3x
IGF-I-Anstieg
9-11 Tage
IGF-I blieb erhöht

Eine begleitende Publikation, Ionescu & Frohman (2006), befasste sich direkt mit der Frage der Pulsatilität und kam zu dem Schluss, dass die pulsatile GH-Sekretion unter kontinuierlicher GHRH-Stimulation durch das DAC-Analogon bestehen bleibt, während sowohl Trough- als auch mittlere GH- und IGF-I-Werte anstiegen. Das ist die stärkste humane Stütze für das Modell „angehobene Grundlinie, erhaltene Pulse”.

Die Evidenz für Mod GRF 1-29 als konkret benannte Verbindung ist dünner und stützt sich eher auf die breitere GHRH-Analogon-Literatur als auf gezielte Studien zu genau diesem Molekül. Die Physiologie der Kombination eines GHRH-Analogons mit einem Growth-Hormone-Releasing-Peptid (GHRP) ist besser charakterisiert: Arbeiten wie Alba et al. (2006) an der GHRH-Knockout-Maus zeigten, dass ein langwirksames GHRH-Analogon das Wachstum normalisieren kann, und Humanphysiologie-Studien (z. B. Roelfsema et al., 2016; Veldhuis et al., 2008) dokumentieren eine starke Synergie zwischen GHRH und GHRP, bei der beide zusammen deutlich mehr GH freisetzen können als jedes für sich allein. Seien Sie ehrlich bezüglich dieser Lücke: Viel mechanistisches Detail zu Mod GRF 1-29 wird aus der GHRH-Physiologie und Tiermodellen extrapoliert, nicht aus großen Humanstudien zu diesem konkret benannten Peptid, und keine der beiden Verbindungen ist ein zugelassenes Arzneimittel.

Warum die DAC-Entscheidung Kombination und Protokolldesign bestimmt

In Forschungssettings werden GHRH-Analoga selten allein untersucht, da ein GHRH-Signal allein GH nur moderat anhebt. Die deutlichen Reaktionen entstehen durch die Kombination eines GHRH-Analogons mit einem GHRP/Ghrelin-Mimetikum, das Somatostatin unterdrückt und die Ausschüttung direkt auslöst. Diese Synergie ist ein wiederkehrendes Thema in der physiologischen Literatur.

Die DAC-Entscheidung prägt dann, wie diese Kombination modelliert wird. Bei Mod GRF 1-29 wird das kurze Wirkfenster so terminiert, dass es sich mit dem kurzen Wirkfenster eines GHRP wie Ipamorelin überschneidet, sodass beide Stimuli gemeinsam auf die Hypophyse treffen und dann abklingen – eine saubere, pulsartige Ko-Administration. Bei DAC ist der GHRH-Stimulus dagegen stets präsent, sodass ein gleichzeitig verabreichtes GHRP einen Puls auf einem kontinuierlich erhöhten GHRH-Tonus erzeugt. Forscher, die Dosisverhältnisse in diesen Szenarien modellieren, arbeiten Einheitenumrechnungen und Rekonstitutionsberechnungen häufig mit einem Peptid-Dosierungsrechner durch, um Vergleiche konsistent zu halten.

Keines der beiden Profile ist grundsätzlich „besser”; sie beantworten unterschiedliche Forschungsfragen. Studien, die an anhaltender IGF-I-Erhöhung und der Bequemlichkeit seltener Verabreichung interessiert sind, tendieren zu DAC, während solche, die die physiologische Bedeutung der Pulsform untersuchen, die kurzwirksame No-DAC-Form bevorzugen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen CJC-1295 DAC und No-DAC?

Der aktive GHRH(1-29)-Kern ist identisch. CJC-1295 mit DAC fügt einen Drug Affinity Complex hinzu, der kovalent an Albumin bindet und die Halbwertszeit auf etwa 6–8 Tage verlängert. Die No-DAC-Version, Mod GRF 1-29, hat diesen Anker nicht und wird in etwa 30 Minuten eliminiert, was kurze GH-Pulse anstelle einer anhaltenden Erhöhung erzeugt.

Zerstört CJC-1295 DAC die natürliche GH-Pulsatilität?

Veröffentlichte Humandaten (Ionescu & Frohman, 2006) deuten darauf hin, dass dies nicht der Fall ist. Stattdessen hebt DAC den Trough-Wert von GH zwischen den Pulsen an, sodass natürliche Pulse weiterhin auftreten, jedoch auf einer angehobenen Grundlinie liegen. Dieses Muster einer „angehobenen Grundlinie mit erhaltenen Spitzen” ist ein zentraler Befund, der es von einem flachen, nicht-pulsatilen Stimulus unterscheidet.

Warum wird Mod GRF 1-29 in der Forschung oft mit Ipamorelin kombiniert?

GHRH-Analoga allein erhöhen GH nur moderat. Die Kombination eines GHRH-Analogons mit einem GHRP wie Ipamorelin nutzt eine dokumentierte Synergie: Das GHRP unterdrückt Somatostatin und löst die Ausschüttung direkt aus, sodass beide zusammen weitaus mehr GH erzeugen können als jedes allein. Die kurzen Halbwertszeiten beider Substanzen bringen ihre Wirkfenster in Deckung, sodass ein einzelner koordinierter Puls entsteht.

Wie lange bleibt CJC-1295 DAC aktiv?

Humane Studiendaten (Teichman et al., 2006) schätzten eine Halbwertszeit von etwa 5,8–8,1 Tagen. Erhöhtes GH war nach einer einzelnen Dosis über sechs oder mehr Tage messbar, und IGF-I blieb 9–11 Tage lang erhöht. Wiederholte Gabe zeigte einen kumulativen Effekt, was den langsamen Umsatz des Albumins widerspiegelt, an das es gebunden ist.

Ist eine der beiden Versionen für den Einsatz am Menschen zugelassen?

Nein. Weder CJC-1295 mit DAC noch Mod GRF 1-29 sind in der EU oder anderswo als Arzneimittel zugelassen. Die Humandaten beschränken sich auf frühe Forschungsstudien. Beide werden strikt als Forschungschemikalien für Labor- und Bildungszwecke behandelt, nicht zur Anwendung am Menschen.

Referenzen

  1. Teichman SL, Neale A, Lawrence B, Gagnon C, Castaigne JP, Frohman LA. Prolonged stimulation of growth hormone (GH) and insulin-like growth factor I secretion by CJC-1295, a long-acting analog of GH-releasing hormone, in healthy adults. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2006;91(3):799–805.

  2. Ionescu M, Frohman LA. Pulsatile secretion of growth hormone (GH) persists during continuous stimulation by CJC-1295, a long-acting GH-releasing hormone analog. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2006;91(12):4792–4797.

  3. Alba M, Fintini D, Sagazio A, et al. Once-daily administration of CJC-1295, a long-acting growth hormone-releasing hormone (GHRH) analog, normalizes growth in the GHRH knockout mouse. American Journal of Physiology-Endocrinology and Metabolism, 2006;291(6):E1290–E1294.

  4. Roelfsema F, Yang RJ, Takahashi PY, Erickson D, Bowers CY, Veldhuis JD. Differential effects of estradiol and progesterone on cardiovascular risk factors and GH secretion. American Journal of Physiology-Regulatory, Integrative and Comparative Physiology, 2013;304(11):R925–R933.

  5. Veldhuis JD, Keenan DM, Bowers CY. Determinants of GH-releasing hormone and GH-releasing peptide synergy in men. American Journal of Physiology-Endocrinology and Metabolism, 2008;296(5):E1085–E1092.

  6. Vance ML, Kaiser DL, Evans WS, et al. Pulsatile growth hormone secretion in normal man during a continuous 24-hour infusion of human growth hormone releasing factor (1-40): evidence for intermittent somatostatin secretion. The Journal of Clinical Investigation, 1985;75(5):1584–1590.

Dieser Artikel dient ausschließlich wissenschaftlichen und pädagogischen Referenzzwecken. Alle besprochenen Verbindungen sind ausschließlich für In-vitro-Laborforschung bestimmt. Nichts hier stellt eine medizinische Beratung dar, und keine Aussage sollte als therapeutische Behauptung, Empfehlung oder Dosierungsempfehlung für den Menschen verstanden werden. CJC-1295 (mit oder ohne DAC) und Mod GRF 1-29 sind nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen.

Schlagwörter

cjc-1295mod grf 1-29ghrh-analogonwachstumshormonpeptid-halbwertszeit

Haftungsausschluss

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